Die Fahrt nach Hause.
Was Kinder sich von ihren Eltern wünschen.
Für Eltern · 3 Min. Lesezeit
Nach dem Spiel sitzt das Kind im Auto, und die Eltern haben Fragen. Warum hast du nicht geworfen? Warum hat der Trainer dich rausgenommen? Gut gemeint, aber oft der falsche Moment.
Die Sportpsychologie hat Jugendliche genau danach gefragt. Mädchen aus Mannschaftssportarten wünschten sich vor dem Spiel praktische Unterstützung, während des Spiels Ermutigung ohne technische Anweisungen und danach eine ehrliche, aber einfühlsame Rückmeldung (Knight, Neely & Holt, 2011). Junge Tennisspieler zogen emotionale Unterstützung technischen Ratschlägen vor, und negative Körpersprache der Eltern kam schlecht an (Knight, Boden & Holt, 2010). Beide Studien sind klein und nicht aus dem Basketball, sie zeigen aber in dieselbe Richtung. Die eigenen Gefühle am Spielfeldrand im Griff zu haben, zählt die Forschung ausdrücklich zu den Fähigkeiten guter Sporteltern (Harwood & Knight, 2015).
Auch die Autofahrt selbst ist untersucht. 27 Jugendliche und je ein Elternteil erzählten, wie diese Fahrten ablaufen: Manche genießen sie, andere sitzen sie aus. Viele Jugendliche entwickeln eigene Strategien, um schwierigen Gesprächen auszuweichen (Tamminen, Poucher & Povilaitis, 2017).
Ein Satz, der unter Trainern seit Jahren weitergegeben wird, stammt nicht aus einer Studie, sondern aus der Praxis. Die US-Trainer Bruce Brown und Rob Miller haben über Jahre Sportler gefragt, welche Worte ihrer Eltern ihnen am meisten bedeutet haben. Der Satz, der am häufigsten fiel: „Ich schau dir gern beim Spielen zu.“
Drei Dinge, die helfen
- Vor dem Spiel: Tasche, Essen, gute Laune. Keine Aufträge wie „Heute wirfst du mehr“.
- Während des Spiels: anfeuern, nicht coachen. Zwei Stimmen mit Anweisungen verwirren. Anweisungen gibt der Trainer.
- Nach dem Spiel: warten, bis dein Kind anfängt. Und wenn dir nichts einfällt: „Ich schau dir gern beim Spielen zu.“
Unsere Thesen
- Am Spielfeldrand gibt es einen Trainer. Das sind nicht Mama oder Papa.
- Das beste Gespräch nach dem Spiel beginnt das Kind.
- Frag nach dem Spaß, nicht nach dem Ergebnis.
In PRACTX
Nutzt euer Trainer den Trainingsreport, bekommt ihr nach dem Training eine kurze Zusammenfassung, woran das Team gearbeitet hat. Das ist ein besserer Gesprächsanfang als „Wie war's?“, zum Beispiel: „Ihr habt heute Fastbreaks geübt. Wie lief der Countdown?“ In Vorbereitung sind Team-Standards für Eltern. Dann siehst du in der App, wofür das Team steht und nach welchen Grundsätzen der Trainer entscheidet.
Quellen
- Brown, B. & Miller, R. Proactive Coaching. Praxismaterial, keine wissenschaftliche Studie.
- Harwood, C. G. & Knight, C. J. (2015). Parenting in youth sport: A position paper on parenting expertise. Psychology of Sport and Exercise, 16(1), 24–35. doi:10.1016/j.psychsport.2014.03.001 (öffnet in einem neuen Tab)
- Knight, C. J., Boden, C. M. & Holt, N. L. (2010). Junior tennis players' preferences for parental behaviors. Journal of Applied Sport Psychology, 22(4), 377–391. doi:10.1080/10413200.2010.495324 (öffnet in einem neuen Tab)
- Knight, C. J., Neely, K. C. & Holt, N. L. (2011). Parental behaviors in team sports: How do female athletes want parents to behave? Journal of Applied Sport Psychology, 23(1), 76–92. doi:10.1080/10413200.2010.525589 (öffnet in einem neuen Tab)
- Tamminen, K. A., Poucher, Z. A. & Povilaitis, V. (2017). The car ride home: An interpretive examination of parent–athlete sport conversations. Sport, Exercise, and Performance Psychology, 6(4), 325–339. doi:10.1037/spy0000093 (öffnet in einem neuen Tab)
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Stand: 29.09.2026