PRACTX ist noch in der Entwicklung. Launch vermutlich 01.12.2026

Datenschutz
Startseite / Academy / Mutig statt fehlerfrei

Mutig statt fehlerfrei.

Warum Fehler im Training dazugehören.

Für Trainer und Eltern · 2 Min. Lesezeit

Ein Training, in dem alles klappt, fühlt sich gut an. Gelernt wird darin oft wenig. Die Lernforschung trennt zwischen der Leistung beim Üben und dem, was hängen bleibt. Bedingungen, die das Üben schwerer machen und mehr Fehler erzeugen, führen oft zu besserem Behalten. Robert und Elizabeth Bjork nennen sie „erwünschte Erschwernisse“ (Bjork & Bjork, 2011). Erwünscht sind sie allerdings nur, solange das Kind die Aufgabe mit seinem Können überhaupt lösen kann.

Wie schwer genau? Das Challenge-Point-Modell sagt: Ist eine Aufgabe zu leicht, lernt man wenig. Ist sie viel zu schwer, auch. Am meisten lernt, wer knapp über seinem Können übt (Guadagnoli & Lee, 2004). Für den Trainer heißt das: nicht beim ersten Fehler leichter machen. Leichter wird eine Übung erst, wenn kaum noch etwas gelingt.

Auch Abwechslung beim Üben hilft, allerdings weniger, als man oft liest. Eine Übersichtsarbeit fand einen positiven Effekt auf die Übertragung ins Spiel, der in Studien aus dem Trainingsalltag aber klein ausfiel (Czyż, Wójcik & Solarská, 2024).

Mutig spielen Kinder nur, wenn ein Fehler keine Strafe nach sich zieht: kein Stöhnen von der Bank, kein Auswechseln nach dem ersten Ballverlust, kein Kommentar von Mitspielern oder von der Tribüne. Das gilt für Eltern genauso wie für Trainer.

Unsere Thesen

  1. Ein Training ohne Fehler war zu leicht.
  2. Leichter wird eine Übung erst, wenn kaum noch etwas gelingt, nicht beim ersten Fehler.
  3. Wer für Fehler ausgewechselt wird, lernt vor allem eins: nichts mehr zu riskieren.

In PRACTX

  • In der Planung von PRACTX AI gilt: Fehler allein sind kein Grund, eine Aufgabe leichter zu machen. Die Erklärung zu jeder geplanten Einheit sagt dir, ob der Schwerpunkt beibehalten, gesteigert oder vereinfacht wurde.
  • In „Regeln und Philosophie“ stehen dafür passende Team-Standards zur Auswahl, zum Beispiel „Wir wollen mutige Spieler, keine fehlerfreien Spieler.“, „Wir geben niemandem die Schuld für Fehler.“ und „Wir bleiben nach Fehlern sofort im nächsten Play.“ Spieler bestätigen sie in der App.
  • Die CLA-Varianten in drei Stufen helfen dir, die Schwierigkeit einer Übung passend einzustellen.

Quellen

  • Bjork, E. L. & Bjork, R. A. (2011). Making things hard on yourself, but in a good way: Creating desirable difficulties to enhance learning. In M. A. Gernsbacher, R. W. Pew, L. M. Hough & J. R. Pomerantz (Hrsg.), Psychology and the real world (S. 56–64). New York: Worth.
  • Czyż, S. H., Wójcik, A. M. & Solarská, P. (2024). The effect of contextual interference on transfer in motor learning: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Psychology. PMID 39205981.
  • Guadagnoli, M. A. & Lee, T. D. (2004). Challenge point: A framework for conceptualizing the effects of various practice conditions in motor learning. Journal of Motor Behavior, 36(2), 212–224.

Passt dazu

Stand: 29.09.2026

Download PRACTX